Träumen Sie die Träume anderer?

Träumen Sie die Träume anderer?Im Coaching geht es immer wieder um Lebensziele und darum, wie man sie erreichen kann. Der eine will endlich einen neuen Job finden, der andere ins Ausland gehen, der dritte mehr Zeit für seine Familie haben. Bevor man eine gute Strategie der Zielerreichung austüftelt, macht es jedoch Sinn, sich zu fragen, wie man zu seinem Ziel gekommen ist und was einen dazu motiviert.

An unseren Zielen lässt sich ablesen, welche Werte für uns im Leben wichtig sind – und unsere Wertewelt ist durch viele Einflüsse geprägt. Dazu gehören zum Beispiel die Erziehung im Elternhaus und die Prägung durch die gesellschaftliche Umgebung. Manche Werte wie Leistung, Bildung, Sicherheit oder Wohlstand begleiten uns schon seit den Kindertagen.

Als Erwachsene können wir selbst entscheiden, was uns wichtig ist, und haben durch individuelle Erfahrungen die Gelegenheit, unsere Werte immer wieder zu überprüfen und zu ergänzen. Dieser Selbstfindungsprozess dient auch dazu, sich abzunabeln und von den Vorstellungen anderer zu emanzipieren. Wenn diese Abnabelung fehlschlägt, kann es passieren, dass man ein Leben lang Ziele verfolgt, die nicht die eigenen sind.

Wer aus einer Akademikerfamilie kommt, strebt vielleicht einen Professortitel an, ohne zu reflektieren, dass dieses Ziel zwar den Konventionen seiner Familie, aber nicht seinen eigenen Bedürfnissen entspricht. Genauso kann es passieren, dass ein Mitarbeiter, der von seinem Chef protegiert und gefeiert wird, eine Beförderung nach der anderen annimmt, obwohl die Rolle der einfachen Fachkraft ohne Führungsverantwortung am besten zu seiner Lebensplanung passt.

Um den eigenen Werten treu bleiben zu können, sollte man sie möglichst kennen. Welche Dinge sind für Sie im Leben wichtig? Welche Ziele verfolgen Sie? Und sind diese Ziele wirklich Ihre eigenen?