Ja oder Nein – Sie müssen sich entscheiden.

Ja oder Nein – Sie müssen sich entscheiden.Ja und Nein. Das sind zwei einfache Worte. Nicht so einfach ist es jedoch, sie immer im richtigen Moment anzuwenden. Sie kennen solche Situationen vielleicht: Jemand bittet Sie, eine Aufgabe zu übernehmen und Sie sagen ja, merken aber hinterher, dass Sie eigentlich nein sagen wollten. Oder jemand kritisiert Sie und vergreift sich dabei im Ton. Sie ärgern sich, sagen aber nichts, weil Sie sich durch die Kritik eingeschüchtert fühlen. Auch stilles Hinnehmen kann eine Form des Bejahens sein, wo man eigentlich verneinen möchte.

Ja geht meist leichter über die Lippen als nein, denn Letzteres erfordert die Fähigkeit, sich von anderen abzugrenzen. Mehr sogar, es erfordert ebenfalls, dass man die eigenen Bedürfnisse überhaupt wahr- und ernstnimmt. Wenn diese Fähigkeiten nicht vorhanden sind, dann kommt es im Miteinander mit anderen immer wieder zu Problemen – und das gilt für das Berufsleben genauso wie für das Privatleben.

Die größte Hürde ist hierbei für viele die Scheu vor Konflikten – und damit verbunden auch die Angst vor Verlusten. Die Befürchtung, mit einem Nein die zwischenmenschliche Harmonie zu stören, kann zu einer großen Hemmschwelle werden. In solchen Situationen ist es jedoch besonders wichtig bei sich selbst zu bleiben, denn wenn man krampfhaft um Harmonie ringt, führt das langfristig zu unausgeglichenen Beziehungen und einem Stau an unterdrückten Bedürfnissen.

Der Akt der Abgrenzung ist immer mit einem gewissen Risiko verbunden. Ein authentisches Nein ist jedoch meist sozialverträglicher als ein halbherziges Ja. Wer nicht immer sofort weiß, wie er zu einer Sache steht, kann sich helfen, indem er öfter das Wort vielleicht verwendet. Der Satz Ich muss erst darüber nachdenken verschafft Zeit, in der man den eigenen Bedürfnissen in Ruhe auf den Zahn fühlen kann.

In welchen Situationen wollen Sie in Zukunft mehr für Ihre Bedürfnisse einstehen?